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EGYPTIAN EVENT EUROPE 2000

Photos der Champions und Klassensieger finden Sie auf StraightEgyptians.com

Wenn das Herz für Ägypter schlägt, dann schlug es im August im beschwingten Dreivierteltakt - denn gleich an zwei Wochenenden hintereinander hielt ägyptischer Pferdeadel die Zuschauer in Atem.

Den Anfang machte das "Egyptian Event Europe" der Pyramid Society auf der Kauber Platte. Internationale Pferde, internationale Gäste. Aus Ägypten reiste Dr. Nasr Marei zum Richten an, der von seinen deutschen Kollegen Sylvie Eberhardt, Walter Koch und Dr. Wolfgang Cranz unterstützt wurde. Aus Qatar war Scheich Abdulaziz Al-Thani eingeflogen, der seine Augen mit den Blicken eines Adlers über die vorgestellten Pferde schweifen ließ. Hatte er eines entdeckt, das ihm gefiel, schritt er unverzüglich zur Tat und unterbreitete den überraschten Besitzern eine Offerte. Es kann also sein, daß einige der Sieger demnächst ihren Weg "zurück" in die Wüste finden.

Doch wer waren die Sieger? Bei den jungen Stuten mußte man nicht lange suchen. Im Championat fiel die Entscheidung zugunsten der vorzüglichen Nadirah El Shah (El Ahhim Shah x AK Nawaal), einer würdigen Tochter der für ihre Schönheit weltweit geschätzten AK Nawaal. Es war nicht der erste Sieg dieser zweijährigen Klassestute, die sich mit Schwung und Eleganz in die Richterherzen trabte. Ein großer Wurf für die Züchterin und Besitzerin Rosemarie Kolster.

Nadirah El Shah ist insbesondere durch ihre wertvolle Mutterlinie interessant: Sie geht auf die braune Nazeer-Tochter Bint Maisa El Saghira (x Maisa) zurück, die 1962 von Douglas B. Marshall von Ägypten in die USA importiert wurde. Dort machte sie Furore im Schauring und gewann bei den "U.S. Nationals" als einzige Nazeer-Tochter nicht nur an der Hand, sondern auch Top-Ten-Auszeichnungen unter dem Sattel. Die oft gehörte und leider allzu selten eingelöste Forderung nach "Schönheit und Leistung" wurde von dieser Stute beispielhaft erfüllt. So ganz nebenbei erfreute sie ihren Besitzer bis zu ihrem frühen Tod mit neun gesunden Fohlen, die allesamt der Zucht ihren Stempel aufdrückten. Der bedeutendste "Stempel" war sicher ihr Sohn Shaikh Al Badi (der Vater von Ruminaja Ali). Es ist erfreulich, daß dieses Blut in Deutschland durch eine so gute Stute vertreten ist.

Beim Reserve-Junioren-Championat sahen Richter und Zuschauer dann schwarz. Im wortwörtlichen Sinn, denn die besonders edle Rappstute GR Marietta (Madallan-Madheen x Maria Halima) bekam die Schärpe um den eleganten Hals. Sie ist gezogen und steht im Besitz von Annette und Erwin Escher, die sich insbesondere durch ihre schwarzen Ägypter einen Namen gemacht haben. Das Pedigree von GR Marietta liest sich dann auch wie eine "schwarze Liste" der Ägypterzucht: Der Vater ist der bekannte Rapphengst Madallan-Madheen (Sohn der "Elite"-Stute Madinah), die Mutter ist die schwarze Schönheit Maria Halima, deren Vater Haziz Halim wiederum einer der wenigen schwarzen Söhne des Typvererbers Ansata Ibn Halima war. Konsequente Selektion!

Aus der Schweiz kam der Champion der jungen Hengste angereist: Heirogance (VP Regal Heir x BSA Bataarha), ein kompakter Athlet mit einem sympathischen Gesicht und fliegenden Tritten. Perfekt trainiert, perfekt vorgestellt, konnte er sich auch das Reserve-Championat der internationalen B-Schau sichern. Alles in allem ein erfolgreiches Wochenende für ihn und seine stolze Besitzerin Nayla Hayek. Heirogance ist einer der wenigen Hengste in Europa, die in der Mutterlinie auf die bekannte Ansata Ibn Halima-Tochter Bint Deenaa zurückgehen (Mutter der Typhengste Hengste Anaza El Farid, Anaza El Nizr und Ibn El Mareekh). Ihre Tochter Taarifa (von Moatasim) ist nicht nur die Großmutter von Heirogance, sondern auch die Mutter von Imtaarif (von Imperial Imdal), der in diesem Jahr das Egyptian Event in den USA gewonnen hat. Championatstitel liegen offenbar in der Familie.

Auf dem Reserve-Platz stand der weit entwickelte Jährling Tabari (Ansata Sinan x Talia Halima) aus der Zucht und im Besitz der Familie Hain. Ein langliniger, enorm großer Hengst mit geschwungenem, sehr gut aufgesetztem Hals. Er hätte auch als Zweijähriger durchgehen können, so kräftig und groß wie er ist. Die Knochenstärke und die Substanz scheint er von seiner Mutter geerbt zu haben, einer statiösen Ruminaja Ali-Tochter. Die Größe und Linie könnte sich durch den hohen Anteil Morafic-Blutes erklären. Mit Tabari stellte Familie Hain bereits den dritten von ihr gezogenen Ansata Sinan-Sohn vor, der auf einer bedeutenden Schau zu Championatsehern kommen konnte. Hut ab!

Eines der sympathischsten Pferde des Events war die kleine Fuchsstute Kaliya (Al Kidir x Kaythara-Halima): Temperamentvoll und trotzdem gelassen stellte sie sich den Richtern, überblickte selbstbewußt und stolz den gesamten Platz. Ein arabisches Pferd wie aus dem Bilderbuch mit natürlichem Charme und dem Gehabe einer Diva. Keine trainierte Puppe, sondern ein Charakterpferd mit Ecken und Kanten. Groß ihre Augen, rund und dunkel wie glühende Kohlestücke. Nüstern, die sich in der Erregung wie Blütenkelche weiten. Ihr Körper ist geschlossen und kompakt, alles an ihr ist auf Bewegung ausgerichtet. Im Trab macht sie sich groß und scheint nur noch aus Gefälligkeit den Boden zu berühren. Ein Pulverfaß auf vier Beinen! Sieben Jahre ist sie alt und besiegte in ihrer Klasse die Minstril-Tochter HMT Farima, die später das Championat der B-Schau gewann und zusätzlich "Best in Show" wurde. Wichtig in diesem Zusammenhang: Beim Egyptian Event wurde die Typnote mit dem Faktor 3 multipliziert!
Kaliya ist eine Stute, deren Anblick einen für den weitesten Weg entschädigt, den man zurückgelegt haben mag, um sie zu sehen. Nicht nur Scheich Abdulaziz Al-Thani warf begehrliche Blicke auf sie, nein, auch die Richter konnten ihr nicht widerstehen. Zur Freude ihrer Besitzerin Rosemarie Kolster gewann Kaliya das Reserve-Senioren-Championat des Egyptian Events.

Das Senioren-Championat und den Titel "Supreme Championesse" sicherte sich die Schimmelstute Sharika (El Thay Ibn Halim Shah x Hamasa Mirjah), die im Besitz der Familie Schmitz-Thürsam steht. Scharika ist ohne Zweifel eine der schönsten Töchter ihres zu früh verstorbenen Vaters und diesem in vielen Punkten sehr ähnlich. Besonders im Gang entfaltete sie ihre volle Ausstrahlung und zeigte ihre Güte.

Bei den Senioren-Hengsten konnte man die "Geburt" eines neuen Stars bewundern: Mosalli (Imperial Imdal x Musalina) trat auf und siegte! Ein Schimmel mit hervorragenden Gängen und phantastischer Aufrichtung, der keinen Zweifel daran ließ, daß er ein echter Kerl ist. Ein Hengst, kein Püppchen. Er warf sich tänzelnd in die Brust und paradierte herausfordernd vor seinen Konkurrenten. "Macht Platz", schien er den anderen zuzurufen, "hier kommt der Champion!" Und genauso war es auch.
Mosalli ist hochedel im Ausdruck und versteht es sich zu bewegen. Ihm war der Sieg nicht zu nehmen. Er kam in Israel auf dem Gestüt von Uri Ariely zur Welt. Sein Vater ist der US-Star Imperial Imdal (der Ansata- und Gleannloch-Linien miteinander verbindet), die Mutter stammt von Malik. Zur Zeit befindet er sich zur Pacht in Belgien. Es war ein schöner Zufall, daß Mosalli ausgerechnet auf der Kauber Platte seinen ersten großen Sieg erringen konnte. Denn er kehrte zurück zu der Wiege seiner Ahnen. Seine Urgroßmutter Naya (Kaisoon x Nana von Tuhotmos) erblickte dort fast auf den Tag genau vor fünfundzwanzig Jahren das Licht der Welt. Mehr als passend, daß Mosalli den "Supreme"-Titel der Hengste gewann und anschließend zum "Ägypter des Jahres" gekrönt wurde.

Ein alter Bekannter gewann das Reserve-Senioren-Championat: Shahil (Maysoun x Shahila) aus der Zucht von Karin und Günter Maiworm und im Besitz von Dottore Santoro aus Italien. Sehr maskulin und ausgereift, präsentierte er sich als Hengst zum Maßnehmen. Das dachten auch die Richter und belohnten ihn mit der Höchstnote der gesamten Schau.

Der Hengst Classic Shadwan (Alidaar x Shagia Bint Shadwan) von Annette und Erwin Escher war zwar für das Egyptian Event gemeldet, startete dann aber "nur" auf der internationalen B-Schau. Und dort stahl er allen anderen die Show und wurde unter großem Beifall des Publikums Senioren-Champion. Mit ihm, der Stute HTM Farima als bestem Pferd der Schau und Heirogance als Reserve-Junioren-Champion zeigten die Ägypter wieder einmal, daß sie auch im offenen Vergleich die Konkurrenz nicht zu fürchten brauchen. Quod erat demonstrandum.

H.H. SHEIKH ZAYED ASIL CUP

11. -13. August 2000

Welch ein Anblick! Edle arabische Pferde präsentierten sich vor der Kulisse barocker Blütenpracht in den "Herrenhäuser Gärten" bei Hannover. Strahlender Sonnenschein an allen drei Tagen, strahlende Gesichter im Publikum und ein strahlendes Lächeln bei den Besitzern der Sieger und Plazierten! Auch beim Asil Cup dominierten die rein ägyptischen Blutlinien und alle Championate konnten von ägyptisch gezogenen Pferden gewonnen werden. Die Qualität der Champions war hoch, dahinter klafften jedoch öfter einige deutliche Lücken.

Eine ägyptische Prinzessin verdient einen Thron und beim Asil Cup bekamt sie ihn auch: Die dreijährige The Princess of Egypt (Orayan von Maysoun x Shahneekha) errang das Junioren-Championat vor der ein Jahr jüngeren Maida Bint Bint Mohssen (E.T. Shah Mabrouk x Bint Mohssen).
The Princess of Egypt ist in jeder Beziehung eine Ausnahmeerscheinung - rahmig, doch hochedel, groß aber nicht grob, lang im Hals, doch geschlossen im Körper. Ein Pferd zum Träumen! Es war nicht ihr erster großer Sieg und es wird auch nicht ihr letzter gewesen sein. Ihr Züchter und Besitzer ist Horst Preuss, dessen Hengst Maydan-Madheen (Maysoun x Mesoudah "M") das Senioren-Championat gewann. Er stammt aus der bedeutenden Zucht von Prof. Paufler aus Göttingen. Maydan-Madheen zeigte sich in Bestform - an ihm kam an diesem Wochenende keiner vorbei. "Sein Kopf und Hals sind großartig", kommentierte Judith Forbis, Besitzerin des Ansata-Gestütes und Richterin beim Asil Cup (zusammen mit Dr. Cranz, Dr. Khalil und Tamas Rombauer). Wenn Maydan-Madheen den Hals wölbt, die Nüstern bläht und beginnt zu tänzeln, dann kann man sich seiner Magie kaum entziehen. Doch er scheint noch mehr bieten zu können: Seine Tochter Maydana Madheen (x Madallah Madheen) gewann ihre Klasse und eine weitere Tochter, Shaheera Madheen (x Shahneekha) siegte beim Fohlen-Championat.
Der Hengst Maysoun ist nicht nur der Vater von Maydan-Madheen und der Großvater von The Princess of Egypt. Nein, auch der Reserve-Senioren-Champion Orashaan (x Orasha) aus der Zucht und im Besitz von Karin und Günter Maiworm stammt von ihm. Damit war Maysoun einer der einflußreichsten Vererber beim Asil Cup.

Das Junioren-Championat der Hengste wurde zum qualitativen Höhepunkt der Schau. Hier standen sich zwei Pferde gegenüber, die auf jeder Schau der Konkurrenz das Fürchten lehren würden: Al Lahab (Laheeb x The Vision) und Kamsin Rodan (Ansata Sinan x Khediva Rodaniyah). Beide sind erst Jährlinge, doch konnten die Sieger der Zweijährigen und Dreijährigen gegen ihre überragende Qualität nichts ausrichten. Al Lahab wurde von Uri Ariely gezogen und steht im Besitz der Familie Friedmann. Er entstammt einem Mix der zur Zeit populärsten amerikanischen Blulinien - Imperial Imdal auf der Vaterseite, doppelter The Minstril in der Mutterlinie. Ein feiner, sehr edler, überaus eleganter und korrekter junger Hengst. Seine Bewegungen waren ebenfalls bemerkenswert. Die Richter belohnten ihn mit den höchsten Noten der Schau: 19, 20 und 19 (es wurde nur eine einzige Gesamtnote pro Pferd vergeben). Wenn Sie nicht beim Asil Cup waren und Al Lahab nicht sehen konnten, machen Sie sich nichts daraus. Mit Sicherheit war dieser Sieg nur der Auftakt einer spektakulären Schaukarriere.
Auch Kamsin Rodan aus der Zucht und im Besitz von Familie Hain ist allererste Qualität. Als Reserve-National-Champion von Neustadt/Dosse noch in guter Erinnerung, hatte er zum Asil Cup noch einen Zacken zugelegt. Er schien noch edler, trockener und markanter zu sein. Auch er wird noch auf vielen Schauen auf dem Siegertreppchen stehen!

Auch das Senioren-Championat der Stuten war ein Fest für die Augen. Sechs Schimmel wetteiferten miteinander um die Gunst der Richter und des Publikums. Keine leichte Entscheidung, dennoch war das Urteil einstimmig. Sabine von Elms Fliegenschimmelstute Halim Shah I-1 (Halim Shah I x 227 Ibn Galal I) gewann das Reserve-Championat. Mütterlichkeit gepaart mit höchstem Adel!
Das Championat errang die von Dr. Freimüller gezogene und auch in seinem Besitz stehende Barasha El Naarah (E.T. Ibn Halim Shah x Al Basra von Madkour), die schon in Neustadt/Dosse nicht zu schlagen war. Was gibt es über diese Stute zu sagen? Eigentlich sollte man sie schweigend und andächtig genießen, denn Pferde wie sie sind selten. Wenn man ihnen begegnet, wird man sich lange daran erinnern. Ich kann nur jedem empfehlen bei ihrem Besitzer anzurufen und einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Fahren Sie hin und genießen Sie. Sie werden es nicht bereuen! Daß Barasha El Naarah den Titel "bestes Pferd der Schau" erhielt, bedarf kaum einer Erwähnung. Auch dieses Urteil war einstimmig. Richterin Judith Forbis konnte sich an ihr kaum sattsehen. "Es war eine meiner schönsten und einfachsten Richteraufgaben", sagte sie im Anschluß an die Championate. "Barasha El Naarah ist wunderschön. Kein Zweifel, diese Stute besitzt alles, was ein arabisches Pferd braucht!" Dem ist nichts hinzuzufügen.

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